Bioenergie energetisch und effizient nutzen

Die Qualität der energetischen Biomassenutzung zeigt sich in smarten technologischen Lösungen, die zur Versorgungssicherheit und Emissionsminderung sowie zur Akzeptanz in der Gesellschaft beitragen. Vertreter aus Forschung, Praxis und Politik präsentierten auf der 8. Statuskonferenz „Energetische Biomassenutzung“ ihre Ideen, Konzepte und Forschungsarbeiten für einen erfolgreichen Wandel der Energieversorgung. Der Einsatz von Bioenergie ist ein wichtiges Element im Gefüge der Erneuerbaren Energien und der Versorgungssicherheit.

Die 8. Statuskonferenz „Energetische Biomassenutzung“ fand vom 17. bis 18. September in Leipzig statt. Rund 200 Teilnehmer nahmen an der vom Begleitvorhaben des BMWi-Förderbereichs „Energetische Biomassenutzung“, angesiedelt am DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum, organisierten Veranstaltung teil. Digitalisierung, Flexibilisierung, Sektorkopplung sowie Kosteneffizienz sind die Schwerpunkte, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Verbund mit Akteuren aus der Wirtschaft bearbeiten. Strom aus Photovoltaik und Windenergie unterliegt großen Schwankungen. Hier setzt die Biomasse mit ihren flexiblen Nutzungsmöglichkeiten ein. Daher eignet sich Bioenergie zur systematischen Ergänzung der fluktuierenden erneuerbaren Energien, denn sie schafft zusammen mit Speichern und Gasturbinen die zielgenaue Bereitstellung von Strom und Wärme.

Ergebnisse aus der Bioenergie-Forschung

Die Forschenden stellten ihre aktuellen Ergebnisse aus verschiedenen Bereichen der Bioenergieforschung wie beispielsweise Reststoffe effizient verwerten, Emissionen mindern sowie Bioenergie effizient koppeln näher vor.

Kombinierte Nutzung:

Im Projekt STEP - Verfahrenskonzepte für die kombinierte Nutzung von Stroh und Geflügelmist in Biogasanlagen, lag der Fokus auf der Frage, wie Stroh in Kombination mit Geflügelmist zur Biogaserzeugung effizient eingesetzt werden kann und wie die entstehenden Gärreste weiter verwertet werden können. Die entwickelten Strohpellets lassen sich gut verarbeiten und der Gasertrag und die Geschwindigkeit sind mit einem Maissubstrat vergleichbar. Die optimale Dosierung und Einmischung der Pellets ist noch genauer zu untersuchen. Daneben sind Fragen zu klären, wie die momentan hohen Kosten für die Strohpellets gesenkt werden können. Beispielsweise wäre eine Zwischennutzung der Pellets als Einstreu denkbar.

Biogene Schiffsabfälle energetisch nutzen: Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich das Projekt WAS2E – Alternatives Entsorgungssystem internationaler Schiffsabfälle zur Energieerzeugung. Die stark zugenommene Kreuzfahrtindustrie bietet das Potenzial biogene Abfälle energetisch zu nutzen. Pro Passagier und Tag fallen circa 6 Kilogramm Speiseabfälle an. An Kreuzfahrthäfen könnten somit um die 6 Tonnen Speiseabfälle täglich verarbeite werden. Aktuell verklappen die Reedereien diese Abfälle auf hoher See.

Biowasserstoff und Biomethan

Im Forschungsvorhaben BioHy - Energetische und ökonomische Optimierung von Biogasanlagen durch die getrennte Erzeugung von Biowasserstoff und Biomethan wird ein Verfahren entwickelt, welches den konventionellen Biogasprozess in einem Fermenter um eine Wasserstoffstufe (Versäuerung) erweitert. Die räumliche Trennung von Hydrolyse bzw. Versäuerung und Methanbildung ermöglicht die Bereitstellung von zwei biogenen Gasen – ein wasserstoffhaltiges Biogas und ein methanhaltiges Biogas.

Neue Forschungsprojekte stellen sich vor

30 neue Forschungsprojekte sind in 2018 und 2019 gestartet. Die aktuellen Forschungsinhalte beschäftigen sich rund um die Themen: Wärme effizient speichern und nutzen, die Verwertung von Reststoffen in Biogasanlagen optimieren, Bioenergie netzdienlich betreiben sowie Strom und Wärmeerzeugung effizient koppeln und speichern. Die Forschenden erhielten die Chance, ihre Projekte kurz und knackig vorzustellen. Eine Übersicht sowie ausführliche Projektsteckbriefe erhalten Interessenten auf dem Portal Energetische Biomassenutzung.

Resümee der Arbeitsgruppen-Workshops

Die Workshops der Arbeitsgruppen des Forschungsnetzwerks Bioenergie sind für alle interessierten Teilnehmer offen. Vorrangiges Ziel ist es, aktuelle forschungspolitische Themen zu diskutieren, Handlungsempfehlungen in Richtung Politik, Forschung und Anwendung zu geben und Themen für den Forschungs- und Entwicklungsbedarf zu setzen. Daneben bietet das Netzwerk die Chance, sich untereinander fachlich auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten anzustoßen. In drei Arbeitsgruppen zu den Themen Strommarkt, Wärmemarkt sowie Bioenergie und Integration im Verkehr trafen sich interessierte Teilnehmer der Statuskonferenz. Sie diskutierten beispielsweise zu Themen wie Digitalisierung, biogene CO2 Abscheidung, Herausforderungen des Biogassektors und der Markteinführung von Feuerungsanlagen sowie Biokraftstoffe und wie diese die Schadstoffemissionen von Verbrennungsmotoren mindern können. Interessiert? Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich auf dem Portal Energetische Biomassenutzung.

Neuigkeiten der angewandten Energieforschung
Vorträge der 8. Statuskonferenz energetische Biomassenutzung

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