In Haushalten, Industrie und Verkehr CO2 reduzieren

Deutschland möchte bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 verringern. Wie die Produktion von Wasserstoff oder Power-to-X-Technologien sowie Energiespeicher dazu beitragen können, war Thema beim Workshop „Kraftwerke als Energiespeicher“ des Forschungsnetzwerks Flexible Energieumwandlung im September 2019 in Köln. Zentrale Statements der Vortragenden geben die Diskussion hier wieder.

Professor Hans-Martin Henning vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE etwa betonte in seinem Impulsvortrag „Die Energiewende aus systemtechnischer Perspektive“: „Es muss gelingen, die zahlreichen Player der Energiewende zu orchestrieren.“ Dazu tragen die Forschungsnetzwerke Energie entscheidend bei. Als offene Expertenforen auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gegründet, schaffen sie Synergien für Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft. Sie fördern den Transfer von Ergebnissen aus der Energieforschung in die Praxis. 

Dr. Jochen Linssen vom Forschungszentrum Jülich: „Wir müssen die Wasserstoff-Wirtschaft in den nächsten Jahrzehnten global denken. Aus ökonomischer Sicht wird es sinnvoll sein, Wasserstoff in Ländern produzieren zu lassen, die grünen Strom kostengünstiger, etwa aus Wind, herstellen können. Dazu zählen in Europa Norwegen, Island und Schottland.“ (Vortrag: „Fahrplan für das Energiesystem 2050: Wasserstoff als Schlüsselelement“)

Dr. Verena Klapdor von Siemens: „Wir sehen noch großen Forschungsbedarf: angefangen bei den hohen Kosten der Wasserstoffproduktion sowie deren Mengenbereitstellung und Transportwege. Zudem gilt es, alternative Kraftstoffe, insbesondere für den Flugverkehr zu entwickeln, und die Rückverstromung in Gasturbinen zu optimieren.“ (Vortrag: „Power-to-X-Technologien: Status und Forschungsbedarf")

Thomas Theisen von YNCORIS: „Um einen nachhaltigen Produktionsstandort in Deutschland zu  realisieren, müssen politische Rahmenbedingungen für eine „Chemiewende” geschaffen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass Firmen wegen hoher Produktionskosten ins Ausland abwandern.“ (Vortrag: „Energiewende aus Sicht eines Chemieparkbetreibers: Herausforderung eines zirkulären Wasser- und Kohlenstoff-Wirtschaftsprozesses“)

Professor Klaus Görner von der Universität Duisburg-Essen: „Power-to-X-Technologien tragen dazu bei, erzeugte Energie zu speichern und bei Bedarf wieder für Industrieunternehmen, die Privathaushalte oder den Verkehr freizugeben. Bestehende  Kraftwerke könnten zu einer 'Tri-Generation' für das Erzeugen von Wärme, Kälte und Strom weiterentwickelt werden.“ (Vortrag : „Power-to-X-Technologien und Sektorenkopplung“)

Professor André Thess vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt: „Carnot-Batterien könnten in Zukunft in großem Umfang aus Strom gewonnene Wärme bei 50 bis 500 Grad Celsius speichern. Sie sind kostengünstig zu produzieren und sicher. Allerdings müssen der Wirkungsgrad gesteigert und die offenen Fragen der Rückverstromung gelöst werden.“ (Vortrag :„Carnot-Batterien und die Dekarbonisierung von Kohlekraftwerken“)

Dr. Thomas Polklas von MAN Energy Solutions SE: „Die Forschung und Entwicklung von thermischen Speichern schreitet voran, technisch ist hier schon vieles möglich. Aber es gibt noch keine Geschäftsmodelle. Es fehlen die passenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Derzeit gibt es noch kein Land auf der Welt, das heute Energiespeicher in sein Energiesystem integriert hat.“ (Vortrag :„Thermische Energiespeicher – Status der Industrie“)

Weiterführender Link

Forschungsnetzwerk Flexible Energieumwandlung
Website Forschungsnetzwerke Energie

Diese Webseite verwendet sogenannte Cookies zur Optimierung der Ansicht und aller Funktionen. Für die Nutzungsanalyse wird Matomo verwendet. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Datenschutzerklärung .