Wasserkraft und Meeresenergie

Wasserkraftwerke dienen in Deutschland bereits seit über 100 Jahren als verlässliche und planbare Stromquelle. Sie sind dabei an  geeignete Standorte gebunden, in denen große Wassermengen und ein ausreichend großes Gefälle zur Verfügung stehen. Der größte Teil dieser Standorte ist inzwischen erschlossen und wird kommerziell genutzt. Rund 80 Prozent der Wasserkraftwerke in Deutschland sind so genannte Laufwasserkraftwerke. Diese nutzen das natürliche geographische Gefälle in Flüssen, um Strom zu gewinnen. Die überwiegende Mehrheit davon steht in Süddeutschland. Ein Fünftel der Wasserkraftwerke werden als  Speicherkraftwerke betrieben. Bei ihnen wird Wasser aus Stauseen zur Stromproduktion genutzt. Der Anteil des aus Wasserkraft erzeugten Stroms an der gesamten Stromerzeugung lag 2017 in Deutschland bei etwa 3 Prozent und stellt damit eine kleine, aber verlässliche Größe im Bereich der Stromerzeuger aus regenerativen Quellen dar. Diese kann dazu genutzt werden, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Forschende konzentrieren sich aktuell darauf, mit Modernisierungsmaßnahmen mehr Leistung an bestehenden Anlagen zu erzielen. So werden hier etwa neue, leistungsstärkere Turbinen installiert. Die Projekte können außerdem dazu beitragen, dass Laufwasserräder auch bei geringen Gefällen und mittleren Fließgeschwindigkeiten effizient eingesetzt werden können. Langfristig können so neue Standorte erschlossen werden.

Die Möglichkeiten, vor deutschen Küsten die Meeresenergie, etwa in Form von Wellenenergie für die Stromversorgung  zu nutzen, sind relativ gering. Nord- und Ostsee bieten im Vergleich zum Beispiel mit dem Atlantik nur geringe Wellenhöhen und wenig Tidenhub oder ausreichende Meeresströmungen. Bei Forschung und Entwicklung liegt daher der mögliche Export entsprechender Anlagen im Fokus. Die Anlagentechnik wird folglich  mit robusten Komponenten für die Nutzung der Meeresenergie unter rauer Umgebung  weiter optimiert und für den kommerziellen Einsatz weiterentwickelt.

Wasserkraft im internationalen Vergleich

Während der Anteil des aus Wasserkraft erzeugten Stroms 2017 in Deutschland bei etwa 3 Prozent lag, wird weltweit dagegen immer mehr Strom aus Wasserkraft erzeugt. Hierfür liegen Zahlen aus dem Jahr 2016 vor: Der Anteil der Wasserkraft lag demnach bereits bei 16,6 Prozent der erzeugten Strommenge weltweit. China nimmt dabei den Spitzenplatz ein, gefolgt von den USA, Brasilien und Kanada. Norwegen erzeugt seinen Strom zu fast 100 Prozent aus Wasserkraft und liegt damit auf einem der ersten zehn Plätze.

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