Kurztitel:
Hinterstein
Förderkennzeichen:
0324191
Status:
Laufend
Themen:
Binnengewässer
Projektkoordination:
Allgäuer Kraftwerke GmbH
Laufzeit gesamt:
Oktober 2017 bis September 2021

Quintessenz

  • Vorteil des Konzeptes ist eine durchgängige und verletzungsfreie Wasserführung für die Fischpopulation verbunden mit einem deutlichen energetischen Nutzen
  • Das Restwasser wird erstmalig energetisch genutzt und erreicht einen elektrischen Wirkungsgrad bis 70 Prozent.
  • Die Anlage kann als Demonstrationsanlage vielfach eine reproduzierbare Lösung in Deutschland darstellen.

Ziel des Vorhabens ist eine energetische und ökologische Sanierung einer Wehranlage am Wasserkraftwerk Hinterstein. Da eine konventionelle Lösung nicht umsetzbar ist, hat das Technikerteam alternative und innovative Konzepte verfolgt. Umgesetzt wird eine stromproduzierende Fischwanderhilfe. Diese ermöglicht es den Fischen, die Wehranlage durchgängig und verletzungsfrei zu passieren. Nach Abschluss der Sanierung erwarten die Betreiber eine deutlich höhere Stromproduktion von jährlich circa 530.000 Kilowattstunden. Der Baubeginn erfolgt im Frühjahr 2019.

Projektkontext

In Deutschland wird vor allem das fließende Wasser in Flüssen als Energiequelle genutzt. Die Technologie ist etabliert und kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Der Anteil des aus Wasserkraft erzeugten Stroms lag 2017 in Deutschland bei nur 3 Prozent. Weltweit dagegen wird immer mehr Strom aus Wasserkraft erzeugt.

Ziel dieses Vorhabens ist es, Stromproduktion und ökologische Belange in Einklang zu bringen. Nach der Sanierung ist die Wasserführung derart gestaltet, dass ein durchgängiger und verletzungsfreier Fischaufstieg- als auch Fischabstieg möglich ist. Die Wasserkraftschnecke mit Fischauftrieb basiert auf dem Funktionsprinzip von Archimedes (bezeichnet auch als Schneckenpumpe oder Schneckenförderer). Die Anlage erbringt die erforderliche Restwasserabgabe von 970 Liter pro Sekunde an der Wehranlage und nutzt diese energetisch.

Forschungsfokus

Durch die Leitströmung des ausfließenden Triebwassers und der zentralen Lockströmung der Fischaufstiegsschnecke werden Fische zur kleineren Fischaufstiegsschnecke geleitet. Hier schwimmen sie in den bis zum Gewässergrund reichenden Eingang. Die Schneckenwendel transportiert die Fische mit einer Wasserfüllung schonend nach oben. Über eine Fischrinne gelangen die Fische und Kleinstlebewesen anschließend ins Oberwasser. Das nach oben geförderte Wasser treibt die Wasserkraftschnecke zusätzlich an und kann energetisch genutzt werden. Gleichzeitig dient dieses Wasser den Lebewesen für ihre Abstiegswanderung im Fließgewässer.

Innovation

Eine neuartige Technologie sorgt für den Fischauf- und den Fischabstieg bei gleichzeitiger energetischer Nutzung der geforderten Restwassermenge. Dank der langsamen Drehgeschwindigkeiten und der spaltfreien Konstruktion der Wasserkraftschnecken transportiert die Anlage die Fische kräfteschonend und zu 100 Prozent verletzungsfrei.

Letzte Aktualisierung: 20.08.2018

Ausgewählte Publikationen

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