Energieforschungsprogramm

Ein Energieforschungsprogramm ist ein anreizsetzendes Instrument.

Es definiert die strategischen Grundlinien und Schwerpunkte der Förderpolitik der Bundesregierung im Bereich Energieforschung sowie die zugehörigen Fördermechanismen. Ein Energieforschungsprogramm ist ein mehrjähriges Maßnahmenprogramm. In Deutschland gibt es Energieforschungsprogramme seit 1974. Die Ausgestaltung der Energieforschung in Energieforschungsprogrammen ist ein wichtiger Baustein der deutschen Energiepolitik.

Die Energieforschung berührt viele verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, darunter insbesondere Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Umweltwissenschaften, aber auch Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Energieforschung muss deshalb interdisziplinär und transdisziplinär betrieben werden. Zudem ist sie sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die angewandte Forschung relevant. Dies hat zur Folge, dass mehrere Ministerien in die Förderung involviert sind: hauptsächlich das Forschungsministerium, aber auch thematische Ministerien, die zum Beispiel zuständig sind für Energie, Umwelt, Wirtschaft, Industrie, Landwirtschaft oder Bauwesen. Ein Energieforschungsprogramm ist damit ein ressortübergreifendes Programm, da es Aufgaben, Ziele, Maßnahmen und Finanzierungsquellen der verschiedenen Ministerien bündelt.

Die Adressaten eines Energieforschungsprogramms sind Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Sie können Anträge auf Forschungsförderung (im Sinne einer Projektförderung) stellen. Energieforschungsprogramme beinhalten aber auch die institutionelle Förderung von staatlichen Forschungseinrichtungen. Die Ministerien beauftragen Projektträger mit der Auswahl der Förderaktivitäten und der operative Abwicklung der Fördergelder. Die Bundesregierung informiert über die Entwicklungen der Förderung in einem jährlichen Bundesbericht Energieforschung.
Beispiel

Das heutige 6. Energieforschungsprogramm wurde im September 2011 vorgestellt. Ziel des 6. Energieforschungsprogramms ist es, die Erforschung und Entwicklung von zukunftsfähigen Energietechnologien zu fördern. Es leistet damit einen Beitrag zur Realisierung der Energiewende.

Das 6. Energieforschungsprogramm adressiert die folgenden Themengebiete:

  •     Windenergie
  •     Photovoltaik
  •     Tiefe Geothermie
  •     Solarthermische Kraftwerke
  •     Wasserkraft und Meeresenergie
  •     Kraftwerkstechnik sowie CO2-Abscheidung und CO2-Speicherung
  •     Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien
  •     Energiespeicher
  •     Stromnetze
  •     Systemintegration erneuerbarer Energien
  •     Energieoptimierte Gebäude und Quartiere – dezentrale und solare Energieversorgung
  •     Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen
  •     Energiewirtschaftliche Schlüsselelemente der Elektromobilität
  •    Systemanalyse

Das 6. Energieforschungsprogramm liegt in der Verantwortung von vier Bundesministerien. Diese sind: das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Federführung, Verantwortlich für die Koordination), das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

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